Sehen in verschiedenen Entfernungen
Diese Seite ist die wichtigste Grundlage für Ihre Entscheidung. Wenn Sie verstanden haben, worum es hier geht, wird die Auswahl der Linse einfach.
Drei Entfernungen im Alltag
- Nähe – etwa 35 bis 40 Zentimeter: Zeitung lesen, Handy, Handarbeit, Preisschilder.
- Zwischendistanz – etwa 60 Zentimeter bis 1 Meter: Computerbildschirm, Kochen, das Armaturenbrett im Auto, ein Gespräch am Tisch.
- Ferne – ab etwa 2 Metern: Straßenschilder, Fernsehen, ein Gesicht auf der anderen Straßenseite.
Warum Sie das früher nicht beschäftigt hat
Ihre natürliche Linse konnte sich verformen. Beim Blick in die Nähe wurde sie runder, beim Blick in die Ferne flacher. So war immer das scharf, was Sie gerade ansehen wollten.
Diese Fähigkeit lässt ab etwa dem 45. Lebensjahr nach. Deshalb brauchen fast alle Menschen ab diesem Alter eine Lesebrille.
Der entscheidende Punkt
Eine Kunstlinse kann sich nicht mehr verformen. Sie hat eine feste Form. Eine einfache Kunstlinse stellt deshalb genau eine Entfernung scharf – für alle anderen brauchen Sie eine Brille.
Welche Entfernung das sein soll und ob Sie darüber hinausgehen möchten, ist Ihre Entscheidung.
Die drei Wege
1. Eine Entfernung scharf – die Monofokallinse
Die Linse hat einen einzigen Brennpunkt, meist auf die Ferne eingestellt. Sie sehen ohne Brille gut in die Ferne und brauchen zum Lesen eine Lesebrille. Alternativ tragen Sie eine Gleitsichtbrille.
Das ist die bewährte, sichere Lösung, mit der die allermeisten Menschen sehr zufrieden sind. Sie kennen es im Grunde schon: So sehen Sie heute mit Ihrer Brille auch.
2. Ferne und Zwischendistanz – die Linse mit erweiterter Tiefenschärfe
Diese Linsen (Fachwort: EDOF) dehnen den scharfen Bereich aus. Sie sehen in die Ferne gut und zusätzlich in der Zwischendistanz deutlich besser. Zum Lesen brauchen Sie in der Regel weiterhin eine Brille.
3. Alle drei Entfernungen – die Multifokallinse
Diese Linsen bilden mehrere Entfernungen gleichzeitig ab. Ein Alltag weitgehend ohne Brille ist damit möglich – eine vollständige Brillenfreiheit können wir aber nicht versprechen. Dafür gibt es außerdem zwei Dinge, die Sie vorher wissen sollten:
- Um Lichtquellen herum sehen viele Menschen Lichthöfe (Halos), besonders nachts beim Autofahren. Das lässt mit der Zeit meist nach, verschwindet aber nicht immer vollständig.
- Sie brauchen mehr Licht als mit einer einfachen Linse, zum Beispiel beim Lesen am Abend.
Ehrlich gesagt
Keine Kunstlinse ist so gut wie die Linse eines jungen, gesunden Auges. Je mehr Entfernungen eine Linse gleichzeitig abbildet, desto mehr Kompromisse geht sie beim Kontrast ein. Wer viel nachts Auto fährt, ist mit einer einfacheren Linse oft zufriedener als mit einer Multifokallinse.
Ein eigener Punkt: die Hornhautverkrümmung
Bei vielen Menschen ist die Hornhaut nicht ganz gleichmäßig gewölbt, sondern eher wie ein Rugbyball. Das nennt man Hornhautverkrümmung oder Astigmatismus. Dadurch bleibt das Bild auch in der Entfernung unscharf, auf die die Linse eigentlich eingestellt ist.
Eine torische Linse gleicht das aus. Sie ist keine vierte Kategorie, sondern eine Eigenschaft, die es bei allen Sonderlinsen zusätzlich gibt. Ob das bei Ihnen sinnvoll ist, zeigt die Vermessung Ihres Auges.
Sie müssen sich das nicht allein überlegen
Welche Linse zu Ihnen passt, hängt auch davon ab, was die Untersuchung Ihres Auges ergibt. Nicht jede Linse ist bei jedem Befund sinnvoll. Wir besprechen das beim Vorbereitungstermin ausführlich mit Ihnen.
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